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Wilhelm Meisters Lehrjahre 8

Wilhelm Meisters Lehrjahre 8
Erstes Kapitel
Zweites Kapitel I
Zweites Kapitel II
Drittes Kapitel I
Drittes Kapitel II
Viertes Kapitel
Fünftes Kapitel I
Fünftes Kapitel II
Sechstes Kapitel
Siebentes Kapitel
Achtes Kapitel
Neuntes Kapitel I
Neuntes Kapitel II
Zehntes Kapitel I
Zehntes Kapitel II
 
 

Fünftes Kapitel II 

"Ruhig und vernünftig zu betrachten ist zu keiner Zeit schädlich, und indem wir uns gewöhnen, über die Vorzüge anderer zu denken, stellen sich die unsern unvermerkt selbst an ihren Platz, und jede falsche Tätigkeit, wozu uns die Phantasie lockt, wird alsdann gern von uns aufgegeben. Befreien Sie wo möglich Ihren Geist von allem Argwohn und aller ängstlichkeit!
 
Dort kommt der Abbe, sein Sie ja freundlich gegen ihn, bis Sie noch mehr erfahren, wieviel Dank Sie ihm schuldig sind. Der Schalk! da geht er zwischen Natalien und Theresen; ich wollte wetten, er denkt sich was aus. So wie er überhaupt gern ein wenig das Schicksal spielt, so läßt er auch nicht von der Liebhaberei, manchmal eine Heirat zu stiften."
 
Wilhelm, dessen leidenschaftliche und verdrießliche Stimmung durch alle die klugen und guten Worte Jarnos nicht verbessert worden war, fand höchst undelikat, daß sein Freund gerade in diesem Augenblick eines solchen Verhältnisses erwähnte, und sagte, zwar lächelnd, doch nicht ohne Bitterkeit:
 
"Ich dächte, man überließe die Liebhaberei, Heiraten zu stiften, Personen, die sich liebhaben."
 
 
 
 
 
 
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